Samstag, 10. April 2010

Zusammenfassung einer Stellungnahme von jugendschutz.net

jugendschutz.net kontrolliert das Internet auf Jugendschutzverstöße und sorgt für eine schnelle Beseitigung durch das Weiterleiten an die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM). Diese entscheidet über ein mögliches aufsichtsrechtliches Verfahren.
jugendschutz.net recherchiert seit 2006 Pro- Anorexie- und Pro- Bulimie- Angebote im Internet, die Essstörungen wie Magersucht und Bulimie verherrlichen.
jugendschutz.net bewertet diese und geht gegen unzulässige Inhalte vor.
jugendschutz.net arbeitet auf internationaler Ebene mit den Mitgliedern des Hotline – Verbundes INHOPE zusammen, die sich zum Teil auch bereits mit der Problematik beschäftigen.
Die Erfolgsquote der ergriffenen Maßnahmen liegt bei über 80 Prozent.
Die Zahl der gemeldeten und recherchierten Websites steigt jedoch kontinuierlich.
Für die rechtliche Bewertung von verherrlichenden Angeboten gelten die Vorgaben des Jugendmedienschutz – Staatsvertrages (JMStV) für jugendgefährdende oder beeinträchtigende Angebote, hier vor allem die Regelungen der §§4 und 5 JMStV.
Pro- Ana/ Mia – Angebote dienen unter anderem dem gegenseitigen Austausch der „Anhänger“.
Typische Symptome der Erkrankungen wie mangelnde Krankheitseinsicht und die Verkennung der Risiken kristallisieren sich auf diesen Seiten heraus, da das angebliche „Verstanden werden“ per Mausklick die Betroffenen von Therapien abhält und zur Geheimhaltung animiert. Essstörungen werden idealisiert und als erstrebenswerter Liftsystem hingestellt, aus diesem Grund gelten diese Seiten (laut jugendschutz.net) als jugendgefährdend.
Auf diesen Seiten finden vor allem junge Mädchen, die vom Magerwahn (aus unterschiedlichsten Gründen; z.B. gesellschaftlich) fasziniert sind, oder evtl. unter einer Essstörung leiden, Bestätigung und Verstärkung einer Essstörung.
Kurzum: Sie erhalten von anderen Nutzern oder vom Betreiber positive Verstärkung, sowie Tipps und Tricks zum weiteren Abnehmen, zur Geheimhaltung der Essstörung, Motivationstexte, Hunger – Wettbewerbe, oder Thinspirations (auch Trigger genannt). Thinspirations = Darstellung von ausgemergelten Models → dienen als Ideale.
Die Betroffenen fühlen sich zudem verstanden und ermutigt, weiter an der Essstörung festzuhalten.
Oft kennen die „Anhänger“ von Pro – Ana/ Mia die Inhalte auf diesen Seiten auswendig und halten sich strikt daran. Bei Verstößen bestrafen sich die „Anhänger“ zum Teil mit exzessivem Sport, herbeigeführtem Erbrechen und/ oder weiterem Fasten. Durch die online - Unterstützung von anderen Betroffenen (wie schon erwähnt) entsteht so ein Teufelskreis.
Kinder und Jugendliche werden im Internet auf vielfältige Weise mit Pro – Anorexie – Inhalte konfrontiert. Besonders Kinder und Heranwachsende sind speziell gefährdet, da diese in ihrer Persönlichkeit und in ihrem Körperbild noch nicht gefestigt sind.
Betrachtet man nun diese Aspekte aus pädagogischer Sicht sollte daher der Zugang für diese Zielgruppe zu solchen Angeboten verhindert werden.
Neben der Löschung von Pro – Ana/Mia – Inhalten und Websites unterstützt jugendschutz.net vor allem die anschließende Hinführung von Betroffenen zu fachlich betreuten, niederschwelligen Hilfsangeboten. → www.anaundmia.de

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